Unser Kampf gegen die Unterernährung in Nigeria

Médecins Sans Frontières (MSF) ist eine internationale, unabhängige, medizinisch-humanitäre Organisation, die 1971 in Paris, Frankreich, gegründet wurde. MSF leistet Nothilfe für Menschen, die von bewaffneten Konflikten, Epidemien, Naturkatastrophen und dem Ausschluss von der Gesundheitsversorgung betroffen sind. Sie bietet Menschen Hilfe auf der Grundlage ihrer Bedürftigkeit, unabhängig von Rasse, Religion, Geschlecht oder politischer Zugehörigkeit, und sie bringt humanitäre medizinische Hilfe zu den Opfern von Konflikten, Naturkatastrophen, Epidemien oder dem Ausschluss von der Gesundheitsversorgung.

Fincons unterstützte das Weihnachtsprojekt 2019 von Ärzte ohne Grenzen zur Bekämpfung der Unterernährung im Bundesstaat Borno in Nigeria, wo die ONG seit 2016 im Einsatz ist.

SOZIALER UND POLITISCHER KONTEXT

Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und seine Einwohner stellen 1% der Weltbevölkerung dar. Es ist ein Land mit einer hohen Ungleichheitsrate zwischen den nördlichen Gebieten, die sich in den größten Schwierigkeiten befinden, und den südlichen.

Der Bundesstaat Borno liegt im Nordosten Nigerias (an der Grenze zu Niger, Tschad und Kamerun) und seine Hauptstadt ist Maiduguri. Aufgrund des bewaffneten Aufstandes ist die Gesundheitsversorgung extrem beeinträchtigt: nur 40 % der Gesundheitsstrukturen sind funktionsfähig und der Zugang zu lebenswichtiger Gesundheitsversorgung, wie z. B. die Behandlung von Malaria oder eine Grundimpfung, ist sehr schwer zu bekommen. Der Mangel an ausreichend qualifiziertem Personal, an medizinischer Versorgung und an finanziellen Ressourcen sind einige der Haupthindernisse für den Zugang zur Gesundheitsversorgung.


DAS PROJEKT

Mit dem Weihnachtsprojekt 2019 wollte Ärzte ohne Grenzen die medizinisch-ernährungsmedizinische Versorgung sicherstellen, um auf den Mangelernährungsnotstand zu reagieren. Ziel war es, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit und die gravierenden Ernährungsbedürfnisse von mehr als schätzungsweise 500.000 Vertriebenen in Maiduguri zu bekämpfen, die vor der Gewalt geflohen sind.

Fincons Group hat schon immer Initiativen der sozialen Solidarität im Gesundheitswesen sowie sozial-sanitäre Dienste für die Bevölkerung in Afrika unterstützt, insbesondere Initiativen, die sich für werdende Frauen und Kinder einsetzen.

Wir haben uns entschlossen, das Projekt von Ärzte ohne Grenzen mit einer Spende zu unterstützen, das die medizinische Versorgung von Müttern und Kindern mit der Bekämpfung der Unterernährung verbindet.


ERREICHTE ZIELE

Durch die Interventionen von Ärzte ohne Grenzen wurde der Zugang zu Gesundheitsdiensten für unterernährte Kinder verbessert und ein Überwachungssystem für epidemische Krankheiten (Cholera, Meningitis, ...) geschaffen, das eine schnelle medizinische Reaktion ermöglicht. Darüber hinaus wurde die Gesundheitsversorgung in IDP-Stätten - Internal Displaced People - unter Einbeziehung der lokalen Behörden sichergestellt. Im Rahmen von Initiativen zur Gesundheitsförderung wurde die Verbreitung von Informationen zum Thema Prävention und zu den verfügbaren Ernährungsangeboten gefördert und Schulungen innerhalb der Gemeinden ermöglicht. Die Behandlung von HIV-/TB-Patienten, die in Krankenhäusern oder durch Nachsorge zu Hause behandelt werden, hat zugenommen.

Um einige Zahlen zu nennen: Die Bevölkerung von Maiduguri, vor allem Kinder im Alter zwischen einem Monat und zehn Jahren, haben nun Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung, die von Ärzte ohne Grenzen durch Ernährungstherapiezentren bereitgestellt wird. MSF betreibt in Maiduguri ein Ernährungsintensivzentrum mit 72 Betten, in der Hochsaison zwischen Mai und Oktober kann die Zahl der Betten auf 100 ansteigen. Die durchschnittliche Zahl der schwer unterernährten Kinder, die jeden Monat in das Zentrum eingeliefert werden, beträgt 290. Schließlich wurden im Jahr 2019 133.000 ambulante Besuche bei Kindern durchgeführt.